130 Jahre Wiese-Kantorei

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Am 21.09.2014 feierte die Wiese-Kantorei mit einem Konzert ihr 125jähriges Jubiläum.

Nachfolgend die Worte zum Geleit, von Kantor Klaus Haffke und einige Fotos:

 

Zum Geleit

125 Jahre Wiesekantorei, ein stolzes und beglückendes Jubiläum! Aber auch ein verpflichtendes, und dieser Verpflichtung nachzukommen, wird in unserer Zeit immer schwieriger. Es sind nicht mehr so viele, die bereit sind, sich regelmäßiger Präsenz zu verpflichten. Hinzu kommt, dass ein Kirchenchor vorrangig (vielfältige!) gottesdienstliche undan allerletzter Stelle konzertante Aufgaben zu erfüllen hat, was ihn für viele Leute weniger attraktiv macht. Umso dankbarer müssen wir sein, dass die Wiesekantorei mit rund 40 Mitgliedern immer noch einen ordentlichen Stand hat; allerdings rekrutieren sich die Mitglieder durchweg aus den Reihen der (älteren) Erwachsenen, wie das in allen Kirchenchören der Fall ist. Es fehlt, wie allenthalben, an jungen, frischen Stimmen, die für die Alte Musik zu gewinnen enorm schwierig ist. Diese Musik aber ist es, die in die Wiesenkirche ideal hineinpasst; deshalb kann es keinen anderen Weg geben. Bach und Schütz, die beiden tragenden Säulen evangelischer Kirchenmusik, aber auch die großen Renaissance-Meister wie Orlando die Lasso, Palestrina und andere wären hier zu nenne. Nicht zu vergessen die Gregorianik, die in der halligen Wiesenkirche zu großartiger Wirkung kommt. Auf dem Plan stehen aber auch Anton Bruckner und als Vertreter des 20. Jahrhunderts Hugo Distler, der in seiner Lübecker Marienkirche ja ähnliche akustische Verhältnisse hatte, wie wir sie in unserer Wiesenkirche haben.

Was in unserem heutigen Konzert zu Gehör gebracht wird, sind keine "Konzertstücke", die eigens zu konzertanten Zwecken ausgewählt und einstdiert wurden, sondern aus der sonntäglichen Gottesdienstpraxis hervorgegangene Musik, die hier als repräsentativer Querschnitt unserer Kantoreiarbeit erklingt. "Wohlfeil" ist diese Musik freilich nicht: Sie will unter Mühen einstudiert sein, und auch an den Hörer stellt sie ihre Ansprüche. Aber es hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, sich dieser Müher zu unterziehen, weil das Ergebnis immer wieder beglückend ist, beglückend vor allem wegen der Stimmigkeit: Raum und Musik gehen hier eine perfekte Synthese ein.

Dass wir uns in diesem Falle mit einem Bläserensemble zusammentun, statt die Chorbeiträge etwa durch Orgelklang aufzulockern, ist dem Zufall zu verdanken, dass das "Classic Brass Ruhr"-Ensemble gern ein Konzert in unserer Wiesenkirche geben wollte; so bot es sich an, diese außergewöhnliche Kombination zu wagen. Und wenn wir bei den beiden letzten Beiträgen unseres konzertes, den doppelchörigen Motetten, Bläser und Chor vereint musizieren lassen, indem der Chor II jeweils durch die Bläserstimmen ersetzt wird, so ist das für uns zwar ein Experiment, folgt aber durchaus gängiger Praxis der Zeit, in der die Stücke komponiert wurden. Die Wiesekantorei ist in den letzten Jahren gewachsen; das ist gut so, denn ein Raum von der Größe der Wiesenkirche will gefüllt sein. Aber gerade deshalb kann es gern noch mehr werde: Neue Sänger(innen) sind jederzeit herzlich willkommen, damit es in den nächsten Jahren gutweiergehen kann. Denn es stehen wieder interessante Projekte ins Haus: Für 2015 stehen Bachkantaten auf dem Plan, 2016 zur Einleitung desLutherjahres (2017) ein neues gemeinsames Konzert mit den Arnsbergern und dem Joh. Rosenmüller_Ensemble mit Musik zum Them Luther; darunter wird ein frisch ausgegrabenes Stück eines Soester Komponisten der Luther-Zeit sein. So gehen wir mit Hilfe die nächsten Jahre an:

Wiesekantorei vivat, crescat, floreat!

Klaus Haffke

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