
Das
am nördlichen Turmpfeiler angebrachte Tafelbild
mit der „Maria im Ährenkleid“ wurde
vermutlich vom „Meister von 1473“ geschaffen,
dem wir auch den Annenaltar verdanken. Es ist ein
Votivbild, das Maria als Tempeljungfrau zeigt.
Ihre Gestalt nimmt die gesamte Höhe des Raumes
ein. Vor ihr kniet die Stifterin des Bildes mit
einem Kranz aus Rosenblüten. Sie ruft Maria für
ihren Sohn um Hilfe an, der im „Stock“, einem
mittelalterlichen Foltergerät, gefangen gehalten
wird.
Ihr Haar, der Halsausschnitt und die Ärmel des Kleides sind mit
Strahlenkränzen verziert. Das lange Kleid im Blau des Himmels ist
über und über mit Ähren bedeckt. Die Ähre – lateinisch
spica – ist der hellste Stern im
Sternbild der „Jungfrau“ und wurde dadurch zum Mariensymbol. Sie ist
aber auch Symbol für das Brot des heiligen Mahles.
Bilder
der „Maria im Ährenkleid“ sind selten. Dass
ein Tafelbild dieses Typs in Soest zu finden ist,
mag darin begründet sein, dass sich die Symbolik
der Ähre durch das fruchtbare Kornland der
Soester Börde nahe legte.
Maria
im Ährenkleid